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Behandlung/Hintergrund >> Erfahrungsbericht

Gemeinschaftspraxis
Dr. med. Roland Weber
Dr. med. Ralf Höh

Ärzte für Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Phlebologie Bahnhofstr. 37
56068 Koblenz
Lasermedizin, ambulante Operationen, Proktologie,
dermatologische Kosmetik, Naturheilverfahren,
Umweltmedizin, Akupunktur
Tel.: 0261 - 38522

Koblenz, den 14.10.2005

Erfahrungsbericht:

Seit nunmehr 9 Monaten arbeiten wir mit dem neuen Vitalaser-System. Dieses Therapieverfahren basiert auf der kombinierten Anwendung eines 785nm-Lasers mit 360mW Leistung und eines Hyaluron-Interzellular-Gel. Das Therapieverfahren erwies sich bisher als komplikations- und nebenwirkungsarm, sowie als einfach in seiner Handhabung.

Bei der Einführung des Vitalasersystems waren die Faltenbehandlung und die Hautrejuvenationstherapie die primären Anwendungsbereiche. Hierbei bietet sich das Verfahren zur Unterstützung, aber auch, insbesondere bei geringerer Ausprägung der Hautalterungsberänderungen, als Alternative zu den klassischen und bewährten Therapien, wie Peelingverfahren, Unterspritzungen und Laser- oder IPL-Behandlungen, an. Die Effektivität und komplikationslose Anwendung gewann in unserer Praxis rasch eine ganze Reihe zufriedener Patienten, die sich auch jetzt noch regelmäßig zu Auffrischungsbehandlungen vorstellen.
Es zeigte sich, dass gute bis sehr gute Ergebnisse in der Flächenbehandlung von Falten im Gesicht, den Lidern, des Halses und Decolletes erreicht werden konnten. In Einzelfällen wurden auch erstaunlich gute Verbesserungen in der Behandlung tieferer Falten, wie z. B. der Nasolabialfalten erzielt. Grundsätzlich ist hierbei unserer Erfahrung nach, eine Anzahl von 5-10 Behandlungen für einen guten und dann einige Monate anhalten Effekt erforderlich.
Für den Erfolg und die Effektivität der Behandlung ist eine sinnvolle Vor- und Begleitbehandlung wesentlich. Als besonders effektiv in der Unterstüung erwiesen sich hierbei die Mikrodermabrasion oder die verschiedenen Formen des Hautpeelings. Hierbei zeigte die Anwendung des Vitalasers nach Peeling- oder Mikrodermabrasionsbehandlungen besonders gute Ergebnisse, die deutlich besser waren, als die der entsprechenden Einzeltherapieverfahren.

Wir haben das Verfahren bisher zusätzlich bei folgenden Indikationen eingesetzt.

  • Entzündlichen Akneveränderungen
  • Narben, insbesondere bei Verbrennungsnarben
  • Vitiligo
  • Schlecht heilenden Wunden, insbesondere bei Ulcus cruris
  • Fremdkörpergranulomen
  • Rhagadiformen Handekzemen
  • Psoriasis vulgaris
  • Seborrhoisches Ekzem

Grundsätzlich konnten wir feststellen, dass alle behandelten Patienten mit diesen Indikationen über eine Verbesserung insgesamt oder einzelner Symptome berichtet haben.
Aknepatienten zeigten bereits nach einer einmaligen Behandlung einen deutlichen Rückgang der entzündlichen Veränderungen. Der Effekt einer Einmalbehandlung dauerte in der Regel 3-5 Tage an, bevor es wieder zu einer Verschlechterung kam. Wir überprüfen aktuell unter welchen Behandlungsbedingungen bei dieser Indikation ein länger oder langfristiger Effekt zu erreichen ist.

Besonders gute Ergebnisse zeigten sich in der Behandlung von Verbrennungsnarben. Wir behandelten zwei Kinder mit Narbefeldern nach Verbrennungen/Verbrühungen im Bereich der unteren Extremitäten. Die Kinder waren mit Kompressionsbestrumpfungen versorgt und wendeten zusätzlich - auch vor Einleitung der Vitalaser-Behandlung - lokal Silikongele an. Nach 6-8 Sitzungen in initial 1-, dann 3-wöchigen Abständen konnte bei beiden Patienten eine sehr deutliche Verbesserung erreicht werden. Die eingangs bestehende Rötung war praktisch komplett verschwunden, erhabene Narbenstränge waren deutlich abgeflacht, das Gewebe fühlte sich weicher an, die Kinder klagten kaum mehr über lokale Missempfindungen, wie Schmerzen oder Ähnliches. Hier sollte unbedingt im Sinne solcher Patienten eine weiterführende wissenschaftliche Überprüfung dieser Ergebnisse angestrebt werden.
Der Vitalaser wurde auch bei zwei Patienten mit Vitiligo eingesetzt. Bei einem dieser beiden Patienten erfolgten bereits mehr als 20 Sitzungen, wobei eine Repigmentierung der betroffenen Areale um mehr als 30% erreicht werden konnte.
Auch schlecht heilende Wunden, insbesondere Ulcera crures wurden mit dem Vitalaser behandelt.
Hierbei erfolgte die Behandlung insbesondere bei solchen Patienten, die über starke Schmerzen in den Wundbereichen klagten. Die Schmerzen haben sich nach jeder Anwendung gebessert, wobei eine sichere Beurteilung des Effekts auf die Wundheilung nicht erfolgen kann, da das Wundmanagement teils parallel dazu geändert wurde.
Auch Fremdkörpergranulome wurden mit dem Vitalasersystem gehandelt. Bereits nach der ersten Sitzung berichteten die Patienten über eine Abnahme des Spannungsgefühls. Die Granulome fühlen sich zunehmend weicher an. Wie weit jedoch letztendlich eine dauerhafte Besserung zu erreichen sein wird, muss abgewartet werden. Wir haben jetzt begonnen den Verlauf sonographisch zu dokumentieren.
Rhagdiforme Handekzeme stellen vielfach ein erhebliches therapeutisches Problem dar. Hier zeigte sich unter Anwendung des Vitalasersystems bereits nach ein bis zwei Sitzungen, das die tiefen Rhagaden an der Basis rasch abheilten, was bei den Patienten zu einer deutlichen Schmerzreduktion führte. Nach 5-8 Sitzungen war meist eine weitgehende Besserung erreicht, so dass diese Patienten wieder Arbeitsfähig waren. Einschränkend muss angesprochen werden, dass die konventionellen stadienabhängigen Lokalbehandlungensmaßnahmen zusätzlich bei diesen Patienten parallel durchgeführt wurden. Bei den behandelten Patienten waren vorher jedoch grundsätzlich bereits mehrere solche Krankheitsschübe aufgetreten, so dass sie den Heilungsverlauf unter den vorherigen Lokalbehandlungensmaßnahmen kannten. Bei Rezidiven ihrer Ekzemerkrankungen wurden wir danach von ihnen direkt wieder auf eine Behandlung mit dem Vitalasersystem angesprochen. Hier erscheint uns eine kontrollierte Studie insbesondere im Anbetracht der gesamtökonomischen Bedeutung solcher überwiegend beruflich bedingter Ekzemerkrankungen sehr sinnvoll und lohnenswert.
Weitere gute Ergebnisse konnten wir bei Patienten mit einer Psoriasis oder einem seborrhoischen Ekzem feststellen. Behandelt wurden überwiegend Veränderungen im Gesichtsbereich. In Einzelfällen konnte nach 8-10 Sitzungen ein Abklingen der entzündlichen Hautveränderungen auch ohne zusätzliche Lokalbehandlung erreicht werden.

Zusammenfassend können wir somit feststellen, dass das neue Vitalaser-System mit seiner kombinierten Anwendung eines 785nm-Lasers und seines Hyaluron-Interzellular-Gel sich als effektives, komplikations- und nebenwirkungsarmes, sowie in der Handhabung einfaches Therapieverfahren bewährt hat, das sinnvoll alleine oder in Ergänzung zu anderen Behandlungsmöglichkeiten bei unterschiedlichen ästhetischen, wie auch dermatologischen Indikationen eingesetzt werden kann. Die Frage nach der Wirkungsweise des Systems erscheint uns derzeit noch unklar. Hier hoffen wir auf weitere wissenschaftliche Untersuchungen, die dann klären müssen, welche Effekte der 785nm-Laser und das Hyaluron-Interzellular-Gel auf den Hautaufbau bzw. auf die Entzündungsmechanismen in der Haut haben.

Mit freundlichen Grüssen